Denkmal für die ermordeten Juden Europas - das Holocaust-Mahnmal in Berlin

Tagung zur vergleichenden Diktaturforschung

Die Forschergruppe am Zentrum für Diktaturforschung der Humboldt-Universität zu Berlin sucht nach Antworten auf die Frage, warum sich Menschen in spezifischen historischen Situ­ationen freiwillig für die Diktatur entscheiden, sich für sie engagieren oder sich ihr widerspruchslos unterordnen. Im Oktober 2017 findet eine Tagung zur vergleichenden Diktaturforschung statt.

Diktaturen sind historisch komplexe politische, soziale und kulturelle Ordnungen, die nicht allein auf Unfreiheit, Gewalt und Unterdrückung beruhen. Sie sind vielmehr Konfigurationen des politisch Möglichen. Die Forschergruppe untersucht, wie Menschen Diktaturen erfahren und interpretiert haben und was diese Erfahrung für die Stabilität von Ordnungen bedeutete. Deshalb kommt es ihr auf die Perspektive der Beherrschten an.

 

Forschungsfelder und Forschungsfragen

Herrschaftsdurchsetzung: Worauf beruht die Akzeptanz von Diktaturen, mit welchen Techniken wird die Herrschaft der wenigen durchgesetzt, aufrechterhalten und stabilisiert?

Legitimation und Öffentlichkeit: Worauf beruht der Glaube an die Legitimität ihrer Herrschaft? Welche Öffentlichkeiten, Formen, visuellen Repräsentationen und Praktiken kennzeichnen die politische Kommunikation in der Diktatur.

Wohlfahrt und Sicherheit: Welche Alternativen bieten Diktaturen an, die Demokratien nicht zur Verfügung stehen? Welche Versprechungen machen sie und wie verbinden sie sich mit den Erwartungen von Menschen? Vor allem aber: auf welchem sozialen und kulturellen Hintergrund wird die Diktatur erlebt, womit wird sie verglichen, und wer empfindet sie als angemessene Lösung für unbeantwortete Fragen?

Opfer des sowjetischen NKVD, ermordet im Juni 1941
Torgebäude des KZ Auschwitz-Birkenau, Aufnahme kurz nach der Befreiung 1945

Forschergruppe

1. Jörg Baberowski: Sowjetunion (Chruschtschow, Breschnew)

2. Michael Wildt: Deutschland (1933 bis 1939)

3. Stefan Rinke: Chile (Herrschaft Pinochets)

4. Birgit Aschmann: Spanien (Franco-Diktatur)

5. Hannes Grandits: Türkei (Militärregimes 1960 bis 1980)

6. Alexander Nützenadel: Italien (Faschismus)

7. Andreas Eckert: Tansania, Senegal (Entwicklungsdiktaturen1960 bis 1990)

8. Klaus Mühlhahn: Reformperiode in China (Deng Xiaoping)

9. Martin Sabrow: DDR (Ära Honecker)

10. Iris Därmann: Arbeitsgruppe zur Diktaturtheorie

11. Aloys Winterling: Begriffsgeschichte der Diktatur (Antikebis 20. Jahrhundert)

Ihre Unterstützung

Die Tagung zur vergleichenden Diktaturforschung ist der Auftakt zur Gründung eines Zentrums für Diktaturforschung an der Humboldt-Universität. Die Stiftung Humboldt-Universität möchte das Zentrum für vergleichende Diktaturforschung bei seinem Aufabu unterstützen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Wir freuen uns, wenn Sie uns persönlich kontaktieren oder das Formular in der rechten Seitennavigation für Ihre Kontaktaufnahme oder Spende für das Förderprojekt Tagung zur vergleichenden Diktaturforschung nutzen.

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